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Die SEPA-Zahlungsinstrumente

Zu den SEPA-Instrumenten zählen die SEPAKartenzahlung [1], der SEPA Credit Transfer[2] und das SEPA Direct Debit[3],[4]

Derzeit basieren die SEPA-Instrumente SCT und SDD bereits auf den neuen SEPA-Technikstandards des europäischen Kreditgewerbes und werden als XMLNachrichtenformat auf Grundlage des weltweiten Standards ISO 20022 generiert. [5]Dieser einheitliche technische Standard gewährleistet künftig u. a. die Interoperabilität von Zahlungsverkehrsinfrastrukturen und ermöglicht eine vollautomatisierte

Abb. 2.5 Auszug der SCT- und SDD-Zielsetzungen. (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an (European Payment Council 1/11/2010a, S. 10; European Payment Council 1/11/2010b, S. 10))

Abwicklung von Zahlungen (STP) im SEPA-Raum, was auf Basis der fragmentierten nationalen Formate bisher nicht möglich gewesen ist. Eine weitere Neuerung im Rahmen von SEPA ist, dass künftig der Überweisende und der Begünstigte (sowie deren Kreditinstitute) an Hand von IBAN[6] und BIC[7] anstatt wie bisher von nationaler Bankleitzahl und Kontonummer identifiziert werden. [8]

Die Zielsetzungen des SCT- und SDD-Schemes richten sich an den übergeordneten Zielen von PSD und SEPA aus, womit die wesentlichen Ziele der neuen SEPA-Zahlungsinstrumente identisch sind. Dennoch gibt es leichte Abweichungen in den einzelnen SCT- und SDD-Scheme-Zielsetzungen, die in der Gegenüberstellung in Abb. 2.5 deutlich werden.

Um die genannten SEPA-Instrumente erfolgreich am Markt zu platzieren, sind seitens des EPC eine Reihe von Rahmenvereinbarungen (sogenannte SEPAFrameworks) und weiterführende Verfahrensregeln (sogenannte SEPA-Rulebooks) zur Abwicklung von SEPA-Zahlungen erstellt worden. Aufgabe der Frameworks ist es, die Bedingungen aufzuzeigen, unter denen sich die Wirtschaftssubjekte bewegen können, um die in den Frameworks vorgegebenen Ziele zu erreichen. Beispielhaft ist dafür die Forderung im SCF nach Gewährleistung der europaweiten Kartenakzeptanz, die der Issuer auf verschiedenen Wegen, z. B. durch Co-Badging[9] oder die Etablierung eines paneuropäischen Schemes, gewährleisten kann. Hingegen definieren die Rulebooks bereits konkrete Anforderungen, die seitens der Marktteilnehmer direkt umzusetzen sind und in denen es keine Möglichkeiten für individuelle Entwicklungen gibt. [10]

  • [1] Die SEPA Kartenzahlungen sind zwar ein SEPA Instrument, allerdings gibt es derzeit noch keine konkreten Vorgaben oder Regelungen zur Schaffung dieses Instruments wie bei den Instrumenten SCT und SDD. Eine detaillierte Abbildung der derzeitigen Zahlungskarten findet sich Handbuch: Die Transformation des europäischen Kartengeschäfts, Huch (2013).
  • [2] Siehe Anlage 5.
  • [3] Siehe Anlage 6; Anlage 7.
  • [4] Vgl. European Central Bank (2007a, S. 4 f.).; European Central Bank (2006a, S. 14 ff.).
  • [5] Für Kartenzahlungen gibt es derzeit noch kein einheitliches SEPA-Kartenformat.
  • [6] Internationale Bank-/Kontonummer für nationale und grenzüberschreitende Zahlungen.
  • [7] Internationale Bankleitzahl eines Kreditinstituts.
  • [8] Vgl. European Central Bank (2006c); Skinner (2008, S. 7 f.). Siehe Anlage 4.
  • [9] Unter Co-Badging wird die Kooperation zweier unterschiedlicher Schemes unter der Federführung einer Bank zur Steigerung der Akzeptanz einer Karte durch paralleles Aufbringen einer zweiten Akzeptanzmarke verstanden. Vgl. European Commission (2012, S. 10 ff.); Giudice (2011, S. 43); Kubis-Labiak (2004, S. 60); Esch (2008); Blackett und Russell (1999); Baumgarth (2004); VÖB (2008, S. 91); VÖB (2010, S. 90).
  • [10] Nicht weiter betrachtet werden bspw. das Single Euro Cash Area Framework oder das EPC White Paper on Mobile Payments.
 
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