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2.3.2.2 Money Management als Bestandteil der Risikokontrolle

Ein dritter, essentieller Vorteil mechanischer Handelssysteme ist darin zu sehen, dass sie Möglichkeiten bieten, effektive Methoden der Risikokontrolle in ihre Konzeption zu integrieren. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung, dass ein Trader zwei grundsätzliche Bedingungen an sein System richtet: CD Es sollte nach Möglichkeit seine Ein- und Ausstiegssignale so anzeigen, dass es zwischen den Extrempunkten eines Trends bestmöglich partizipiert, um aus jedem Trade die optimale Rendite zu generieren. (?) Sollte sich ein Handelssignal letztendlich als Fehlsignal herausstellen, so genießt die Sicherung der vorhandenen Margin als Arbeitsgrundlage des Traders oberste Priorität. Dies gilt insbesondere für sehr volatile Märkte, in denen die wertmäßigen Schwankungen des Portfolios in kurzer Zeit besonders hoch ausfallen können. Der Fokus des verantwortungsbewussten Traders, der möglicherweise nicht nur mit eigenem Kapital spekuliert, sondern gewerbsmäßig Portefeuilles Dritter betreut, ist definitiv auf den Erhalt der Kapitalsubstanz ausgerichtet, um eine langfristige Vermögenssicherung zu gewährleisten. Dieses Anliegen firmiert in der Praxis unter dem Kompositum des MoneyManagements. Jedes mechanische Handelssystem kann so konstruiert werden, dass entweder Stop-Loss-Regeln greifen, die bei einer vorab definierten Verlustsumme [so genanntes Position / Positioning Sizing], vornehmlich im Zuge einer Bewegung entgegen der erwarteten Trendrichtung, einen Trade abbrechen [so genannte Initial-Risk-Stops], oder solche, die eine Position in die dann vorherrschende Richtung eröffnen. Die Methode des Trailings-Stops gehört zwar ebenso in den Kontext des Money-Managements, meint aber lediglich das gleitende Nachziehen eines gegebenen Stop-Losses in die Zone bereits bestehender Buchgewinne und ist demzufolge kein Stop-Loss an sich, wie sie fälschlicherweise in einigen erhältlichen Publikationen dargestellt wird. Genau genommen stellen integrierte Stop-Losses zwar keine notwendige Bedingung für die Signalgabe der echnischen Indikatoren dar, allerdings sollen sie als hinreichende Bedingung eines am Markt real agierenden Handelssystems verstanden werden. Selbstverständlich gehört der Vollständigkeit halber zu einer effektiven Risikokontrolle ebenso eine intelligente Diversifikation innerhalb eines Portefeuilles mit idealerweise unkorrelierten Wertpapieren, wie es Markowitz in seiner Portfolio Selection [Portfoliotheorie] ausformulierte[1]. Weil Markttechnische Handelssysteme allerdings immer auf die Kurse eines einzigen Basiswertes zurückgreifen, können die Methoden der klassischen Risikostreuung im engeren Sinne auf einen Chart nicht angewendet werden.

  • [1] Vgl. Markowitz, H. M.: Portfolio Selection Die Grundlagen der optimalen Portfolio-Auswahl, München, 2007.
 
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