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1 Einleitung

Auf dem internationalen Devisenmarkt finden derzeit turbulente Entwicklungen statt. Zum einen verliert die europäische Einheitswährung EURO als Spätfolge der internationalen Kreditkrise in 2008 und 2009 sichtbar an Stabilität. Nachdem sich Griechenland im April 2010 infolge seiner immensen Überschuldung als erster Mitgliedsstaat der Währungsunion unter den Rettungsschirm der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds IWF begeben musste [1], folgte im November 2010 Irland [2] und im April 2011 schließlich Portugal [3]. Als potentiell gefährdet gelten Spanien, Belgien und sogar das G-8-Mitglied Italien. Dass diese Tendenzen sich negativ auf die europäische Währungsunion auswirken, ist evident und schwächt das Vertrauen der Akteure auf dem Foreign Exchange Market [FOREX] in den EURO. Der aktuelle Zustand des US-Dollars kann aber als kaum besser bezeichnet werden. Die Fundamentaldaten der Vereinigten Staaten belegen, dass die Staatsverschuldung ungekannte Höhen erklimmt und die amerikanische Notenbank 'FED' trägt mit ihrer historisch beispiellosen Niedrigzinspolitik, sowie dem Ankauf eigener Staatspapiere in großem Stil nicht zur Stabilisierung der Lage bei, im Gegenteil, sie begünstigt mit ihrer Politik einen Anstieg der Inflation im eigenen Land [4]. Schließlich erweist sich auch die Wirtschaftspolitik der Volksrepublik China als wenig konstruktiv, denn die eigene Währung Yuan wird offenkundig künstlich niedrig gehalten, um Exporte zu begünstigen – auf Kosten der anderen internationalen Handelspartner. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega sprach bei der Jahrestagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds IWF im Oktober 2010 in diesem Zusammenhang gar von einem „Währungskrieg“ [5]. Unter Berücksichtigung dieser Faktenlage ist es nicht verwunderlich, dass vermeintlich sichere Anlagen wie der Schweizer Franken oder Edelmetalle innerhalb eines Jahres beachtlich an Wert zulegten. So negativ sich die aktuelle weltwirtschaftliche Lage auch abzeichnen möge, so ist wertungsfrei zu attestieren, dass auf dem Devisenmarkt ausgesprochen viel Bewegung zu verzeichnen ist, unabhängig davon, was als Auslöser verantwortlich zu machen ist. Viel Bewegung kann mit hohen Handelsvolumina gleich gesetzt werden, welche als Folge in der Regel sehr volatile Wechselkursverläufe mit sich bringen. Dieser Zustand ist eine ideale Grundlage für Spekulanten. Durch Eingabe weniger Suchbegriffe in einschlägigen Suchmaschinen findet man schnell ein mannigfaltiges – und weiter wachsendes – Angebot an FOREX-Brokern, die zum einen mit besonders günstigen Handelskonditionen locken, zum anderen offerieren sie aber auch so genannte DemoAccounts, die mit einer großen Auswahl an Instrumenten der Technischen Analyse aufwarten und schnellen Erfolg suggerieren.

  • [1] Vgl. Pressemeldung RP ONLINE, URL: rp-online.de/wirtschaft/eurokrise/Rett ungsschirm-fuer-Griechenland-zeigt-Wirkung_aid_843256.html, Stand: 05.04.2011.
  • [2] Vgl. Pressemitteilung Sueddeutsche, URL: sueddeutsche.de/geld/euro-rett ungsschirm-irland-demonstriert-die-eu-debattiert-1.1029195, Stand: 05.04.2011.
  • [3] Vgl. Pressemitteilung Spiegel online, URL: spiegel.de/wirtschaft/soziales/0, 1518,755791,00.html, Stand: 08.04.2011.
  • [4] Vgl. Staatsverschuldung – Ausland, URL: staatsverschuldung.de/usa01.htm, Stand: 08.04.2011.
  • [5] Vgl. Pressemitteilung Spiegel online, URL: spiegel.de/wirtschaft/unterneh men/0,1518,721727,00.html, Stand: 08.04.2011.
 
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