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3.5 Vorstellungsdefinition und ihre Implikationen

Auf Basis der vorangegangenen theoriegeleiteten Darstellung der formalen Merkmale, Eigenschaften und Funktionen von Vorstellungen erfolgt an dieser Stelle eine Definition des Begriffs „Vorstellung“, die der vorliegenden Studie zugrunde gelegt wird.

Abbildung 8 Vorstellungsdefinition

Diese Definition enthält drei wesentliche Implikationen: (1) für die Begründung, sich in der Fachdidaktik mit Lehrervorstellungen zu beschäftigen, (2) für deren Erhebung und (3) für die Analyse von Lehrervorstellungen. Diese werden im Folgenden ausgeführt.

Zu (1): Die bisherige Forschung zu Vorstellungen hat gezeigt, dass Vorstellungen Einfluss auf das Handeln von Individuen nehmen. Deshalb ist es sinnhaft, diese als Einflussfaktoren auf das Lehrerhandeln im Wirtschaftsunterricht zu erheben. Da Vorstellungen außerdem als relativ stabil gelten, sollte die fachdidaktische Forschung Kennntnisse zu Lehrervorstellungen erlangen, um diese v. a. in der Lehrerausbildung und -weiterbildung berücksichtigen zu können.

Zu (2): Für die Erhebung von Lehrervorstellungen gilt es, methodisch, zu berücksichtigen, dass Vorstellungen nicht immer bewusst sind. Im Rahmen der Erhebung gilt es deshalb, durch geeignete Impulse während des Interviews auch den unbewussten Charakter von Vorstellungen zu adressieren. Außerdem sollte in der Interviewsituation berücksichtigt werden, dass Vorstellungen eng mit der Identität der Interviewten verknüpft sein können. Nicht nur deshalb ist eine entsprechende Interviewatmosphäre Voraussetzung dafür, dass Vorstellungen geäußert werden. Außerdem ist ein sensibler Umgang mit dem Gesagten notwendig.

Zu (3): Außerdem gilt es, in der Analyse von Vorstellungen zu berücksichtigen, dass diese eben nicht widerpruchsfrei sein müssen. Dies bedeutet, dass Vorstellungen trotz ihrer Sturkturierungsund Ordnungsfunktion für die Vorstellungsträger vielfach keine in sich konsistente Theorie bilden und sich die Vorstellungen einer Person widersprechen können. Auf Inkonsistenzen gilt es, bei der Analyse von Vorstellungen deshalb zu achten.

 
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