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6.8.1. Preisvergleichsmethode

Die Preisvergleichsmethode wird auch als ''Comparable uncontrolled price method" bczeichnet. Gem. der OECD-Verrechnuogspreisleitlinien ist die Preisvergleichsme thode die direk.teste und verliisslichste Methode, wenn ein sogenannter Fremdver gleichsgeschiftswrfall wrliegt. Dies ist der Fall, "WCnn der konzerninteme Geschifts wrfall mit einem fremden Geschiftswrfall vergleichbar ist. Diese Methode folgt somit dem tatsiichlichen Fremdvergleich.

Bei der Preisvergleichsmethode ist der innere sowie iiullere Preisvergleich :ru unter scheiden. Bin innerer Preisvergleich findet statt, wenn der Verrechnungspreis mit dem Marktpreis verglichen wird, der zwischen einem der verbundenen Unternehmen und einem unabhiingigen Dritten Unternehmen vereinbart wurde. Auf der anderen Sei te handelt es sich um einen iiuJ3eren Preisvergleich, wenn der Marktpreis aufgrund von Borsennotienmgen oder marktiiblichen Preisen herangezogen wird Heim inneren Preisvergleich kann die Beteiliguog der verbundenen Unternehmen durchaus als Hin dernis angesehen werden. Dies kann solange ausgeschlossen werden, wie keine uniib lichen Bedinguogen in der Geschiiftsbeziehung vereinbart wurden.

Voraussetzung, um die Preisverglcichsmcthode anwenden :ru kOnnen ist cine direkte bzw. zumindest eine indirekte Vergleichbarkeit der Geschiiftsvorflille. Eine direkte Vergleichbarkeit ist gegeben, wenn die miteinander zu vergleichenden Geschiifte gleichartig sind Das heillt, die entscheidenden Bewertungs- und Einflussfaktoren sind identisch bzw. zumindest iihnlich. Bei einem indirekten Preisvergleich kOnnen sich die Faktoren starker unterscheiden, aber nm unter der Priimisse, class sich die ab weichenden Faktoren eliminieren lassen und der Preis fiir das Geschiift sich auf das zu vergleichende Geschiift umrechnen liisst.s

Beispiel:

Eine kolumbianische Tochtergesellschaft verkauft Kaffeebohnen an ihre deutsche Muttergesellschaft. Der Preis fiir die Kaffeebohnen liegt zum Zeitpunkt der Liefenmg I0% iiber dem aktuellen Borsenpreis.

Es bleibt nun mit einem fremden Geschiiftswrfall vcrgleichend zu priifen, ob der er hOhte Preis fiir die Kaffeebohnen gerechtfertigt ist. Da aber keine abweichenden Be dingungen vereinbart Wl.ll'den, gibt es keine Anhaltspunk.te, warum ein Preis iiber dem Borsenpreis angesetzt werden sollte. Unter diesen Umstiinden macht es vielmehr den Eindruck, class ein hOherer Preis vereinbart wurde, um das niedrigere k.olumbianische Steuernivcau ausZWlutzen. Demnach muss der Verrechmmgspreis angepasst werden.

Beispiel:

Die spanische Muttergesellscbaft Wonderworld S.L. stellt Schuhe der Marke JU'A her. In ihrer deutschen Tochtergesellschaft Schuhhimmel GmbH werden diese erfolg reich vcrtrieben. Ein Konkurrenzschuhladen ICrkauft ebenfalls die gleichen Schuhe. Da die Konkurrenz aber keinen Markenn.amen benutzt, ICrkauft diese die Schuhe 20% giinstiger im Vergleich mit der Schnhhirnmel GmbH.

In diesem Beispielfall unterscheiden sich die Produkte beziiglich des Markennamens. In einem iiuBeren Preisvergleich muss nun geprii:ft werden, ob der Wert des Mar k:enimages einen Aufschlag wn 20% rechtfertigt. Hier sind die Grenzen in der Umset zung der Preisvergleichsmethode erk:ennbar, denn wie kann ermittelt werden, wie viel ein Markenname wert ist, bewr er nicht verkauft Wrden ist? Demnach kann bier k:ein Vergleich stattfinden, da kein ICrgleichbares Geschiift ermittelt werden kann.

 
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