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4.2. Frami>sische Komernsteuerrecht und seine Untenchiede mm deutschen Komernsteuerrecht

Die gesamten K.onvcrgenzwrschliige zu betrachten, ware zu umfangreich. Im Folgen den werden aus diesem Grund nur die Konvergenzvorschlige beziiglich Deutschlands betrachtet. Hierbei soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass nur das deutsche Steu errecht Gestalnmgspotential hat. Nein, ebenso das franmsische Steuerrecht kann noch optimiert werden. Nur im Rahmen dieser Arbeit sind einzig die Verbessenmgsvor schlige fiir Deutschland von Bedeutung.

4.2.1. Deutsche und framiisische Organschaft

Im Bereich der Gruppenbesteuerung existiert in Frankreich eine Teilkonsolidierung Hierbei kOnnen Unternehmen einer Gruppe einen Antrag stellen, um als ein einziges Unternehmen aufzutreten, welches k.Orperschaftsteuerpflichtig ist. Aile Gewinne l.Uld Verluste der gruppenzugehOrigen Unternehmen werden aufsummiert l.Uld der Gesamt gewinn bezogen auf den Gruppentriiger ausgewiesen. Voraussetzung fiir die Gruppen besteuenmg ist, class der Gruppentriiger mindestens mit 95% am Kapital der Tochter unternehmen beteiligt ist. Ob es sich hierbei um cine direkte oder indirekte Beteiligung handelt, ist unerheblich. Irmerhalb der Unternehmensgruppe gibt es nur ein korper schaftsteuerpflichtiges Subjekt. Dies ist der Gruppentriger. Trot7.dem miissen die an deren Gruppenmitglieder weiterhin ihre Ergebnisse ermitteln, da erst im zweiten Schritt die Ergebnisse aufsummiert werden. Bei dieser .Addition der Ergebnisse wer den Berichtigungen wrgenommen, um DoppelalYziige oder Doppelbesteuerungen innerhalb der Gruppe zu wnneiden. Aus diesem Grund werden die bezogenen Ge winnanteile wm Gesamtergebnis abgerechnet sowie wechselseitige 'lhmsaktionen unter den Gruppenmitgliedern neutralisiert. s Im Gegensatz dazu basiert die Gruppenbesteuerung in Deutscbland auf der bereits wrgestellten Organschaft gem. der §§ 14 ff. KStG. Die ersten Einschriinkungen existiercn dahingehend, dass nur Kapitalgesellschaften Organgesellschaften sein kOnnen b-Lw. der Organtriiger zwingend eingebliches Unternehmen sein muss.

Ebenfalls wie in Frankreich ist auch in Deutschland die Beteiligung eine weitere Vo raussetzung fiir die Organgesellschaft. Jn Deutschland ist in diesem Zusammenhang die finanzielle Eingliederung des Organtragers ausschlaggebend. Diese iiuBert sich in der Mebrheit der Stimmrechte aus den Anteilen an der Organgesellschaft. Hierbei reicht schon eine einfache Mebrheit aus, die beachtlich weit unter den franzi:isischen 95% liegt. Bei mittelbaren Beteiligungen ist die Mebrheit der Stimmrcchte an jeder nnittelnden Gesellschaft entscheidend. Zusiitzlich ist nach deutscher Gesetzgebung der Abschluss eines GAV notwcndig. Hierbei ist eine Besonderheit zu beachten. Handelt es sich bei der Organgesellschaft um eine Kapitalgesellschaft mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaft auf Aktien oder einer Europii.ische Gesellschaft, so wird ein GAV abgeschlossen. Handelt es sich jedoch um eine andere Kapitalgesellschaft, so muss gem. § 17 Satz 2 KStG eine zivilrechtliche Verpflichtung zur Gewinnabfiibrung abgeschlossen werden sowie gem. § 302 AktG eine Verpflich tung zur Verlustiibernabme. Als Konsequenz dieser Verpflichtungen wird das steuerliche Jnstitut der Organschaft errichtet.

Der letzte Unterschied :rur franmsischen Organschaft existiertbeziiglich der Konsolidie rung im deutschen Steuerrecht. Hier wird das m ennittelnde Einkommen wn der Or gangesellschaft komplett dem Organtriiger zugewiesen. Eine Neutralisierung der grup penzugehOrigen Geschaftsbeziehungen, wie sie in Frankreich existiert, gibt es in Deutschland nicht.

 
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