Desktop-Version

Start arrow Rechtswissenschaft arrow Problemfelder des deutschen Konzernsteuerrechts

< Zurück   INHALT   Weiter >

3.4. Verlu1tabzug

Bei Verlusten handelt es sich um negative Einkiinfte, die das Einkommen bzw. den Gewerbeertrag wrringern. Bei der Beriicksichtigung von Verlusten kaon der Verlust ausgleich14s und der Verlustabzug 146 unterschieden werden. 147 Die Moglichk.eiten der Verlustverrechnung wurden in den letzten Jahren immer mehr eingescbrankt. Beispiele hierfiir sind das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 sowie die Einfilhrung der Mindestgewinnbesteuerung • Ebenso wurde die Verlustverrechnung durch die Ein fiihnmg des § 8c KStG beschriinkt. Er ersetzt den § 8 Abs. 4 KStG beziiglich des Man telkaufs 149.150 Untersuchungen der OECD haben ergeben, dass Deutschland ein enonn hohes Volumen an Verlusoortriigen hat. Ebenso wurde festgestellt, dass die Verlust vortriige immer weiter anWChsen, da es in Deutschland diesbeziiglich keine zeitliche Begrenzung gibt. Zusiitzlich wird das Aufeinandertreffen der Mindestbesteuenmg mit den Beschriinkung von Verlustverrechmmgen in § 8c KStG und § 12 Abs. 3 Um wStG stark diskutiert. s§ 8c KStG regelt den Verlustabzug bei K.i:irperschaften im Falle eines Beteiligungserverbs. Hierbei ist der § 8c Abs. 1 KStG entscheidend, der festlegt, dass nicht genutzte Verluste einer K.i:irperschaft endgiiltig nicht mehr abzi.ehbar sind, venn in einem Z.Cit143 Verlustausgleich ist die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten. Hielbei ilt es unerheblich, ob es sich um die gleiche llinkunftsart {horizontaler, intern.er VerlustaW1gleich) oder um verschiedene llinkunftsarten (vertikaler, extemer Ver!Wltausgleich) handeh. Vgl Gere, Unternehmenssteuem, S. 189 f1" Dw'ch den Verlustabmg ist es nach § Hld EStGgestattet nicht ausgeglichene Ver!Wlte eines Vennlagungs zieitmUDB mit den Gewinnen eines anderen VeranlagungszieiliaUDB m venechnen. Unterschicden wini hicibei in den Verlustriicktmg und-vortrag. Der Vedustriicklmg ist fiir Untemehmen auf Sll.500 Euro bc grenzt. Der Verlustvortrag ist zeitlich nicht begrenzt. Vgl Gere, Untemehmmssteuem, S. 204; 309. raum von fiinf Jahren entwcder mittelbar oder unmittelbar iiber 50 % des gezeichneten Kapitals, der Mitgliedschafts-, Beteiligungsoder Stimmrechte an der KOrperschaft an einen Erwerber oder nahe stehende Person iibertragen wurden. Dieser Fall wird auch als scbadlicher Beteiligungserwerb bezeichnet. M Probleme ergeben sich ebenfalls in dem Fall, wenn zeitlich begrenzte Verlustvortriige auf zeitlich Ullbegrenzte Verlustvortrige treffen. Nach der Rechtsprechung des Euro pii.ischen Gerichtshofes diirfen Verluste ausliindischer Tochtergesellschaften bei der inliindischen Muttergesellschaft nur berilcksichtigt wcrden, wcmi die Verluste endgiil tig nicht mehr vcrrecbnet wcrden kOmien. Dies ist nur der Fall, wcnn der Verlustvor trag zeitlich begrenzt ist. Nech Ablauf der Frist ist der Verlustvortrag endgiiltig nicht mehr bei der Tochtergesellschaft vcrrechenbar. Jn den Liindem wie Belgien, Diine mar.k, Deutschland, Frankreich, GroBbritannien, Irland, Luxemburg, Malta, Niederlan de, Osterreich, Schweden, Ungarn und Zypem existiert jedoch ein unbegrenzter Ver lustabzug. Die einzige Moglicbk.eit hier die Verluste vor Ablauf der Frist zu nutzen steckt in der Liquidationm der Tochtergesellschaft. Jn diesem Zusammenhang ist aber nicht nm die zeitliche Begrenzung problematisch, sondem auch die Betragsbegren zung in Hohe der Mindestgewinnbesteuerung. Diese zieht ebenfalls nach sich, class die Verluste nicht mehr vcrwendet werden kOnnen, wenn sic den Hochstbetrag iiberschrei ten. Diese Vorschriften schriinken die Untemehmen in ihrer Verlustnutzung bzw. vcrweruhmg ein.

3.5. Dividendenbesteuerung

Die Besteuenmg von Dividenden ist eines der wichtigsten Themen des Untemehmens steuerrechts. Hierbei kann es zu Doppelbesteuerungen kommen, wcnn Einkiinfte der Tochtergesellschaft einerseits der Besteuerung der Tochtergesellscbaft unterliegen und andererseits gleichzeitig auch bei dcr Besteuerung der Gewinnausschiittung bei der Muttergesellschaft. Zusatzlich kommt es daon noch bei grenziiberschreitenden Beteili gungen zu erneuten Belastungen im Ausland als Quellenbesteuenmg sowie im Inland nach elem Welteinkommensprinzip . Diese Mehrfachbelastungen gilt es m vermeiden. Hat die Muttergesellschaft ihren Sitz in Deutschland, werden nach § 8 Abs. 5 KStG nur 5% der Dividenden als nicht abzugsfiibige Betriebsausgaben besteuert. Die Quel lensteuerbelastung hingegen ist abhiingi.g wn Dividendenw-spnwg und dem wrherrschenden Quellensteuersatz. Hierbei kann aber nicht dawn ausgegangen werden, dass in jedem Staat der Quellensteuersatz gleich ist. Daher ergibt sich hierbei ein steuerli cher Gestaltungsspielraum. Diesen steuerlichen Gestaltungsspielraum gilt es einzu grenz.en. Viele Unternehmen arbeiten hierbei auch mit einem sogenannten Schachtelprinzip, in welchem eine Holding zwischen Tochterunternehm.en und Mutterunter nehmen geschalten wird, um die steuerliche Belastung gering zu halten.s

 
< Zurück   INHALT   Weiter >

Related topics