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3.3 Eigenschaften und Funktionen von Vorstellungen

In der Vorstellungsforschung wurden verschiedene Eigenschaften und Funktionen von Vorstellungen konzeptionell-theoretisch erarbeitet und teilweise empirisch überprüft. Um Vorstellungen als solche näher zu beschreiben, werden im Folgenden zunächst allgemeine Eigenschaften und Funktionen von Vorstellungen systematisch dargestellt (vgl. Abb. 7). Eine Erläuterung der fachdidaktischen Funktionen von Lehrervorstellungen folgt im Rahmen des Kapitels 4. Die nachstehende Auflistung gibt einen Überblick zu den Eigenschaften und Funktionen von Vorstellungen, die im Folgenden auf Basis entsprechender wissenschaftlicher Literatur erläutert werden.

Abbildung 7 Eigenschaften und Funktionen von Vorstellungen

Vorstellungen sind identitätsstiftend

Erfahrungen werden von Menschen unterschiedlich verarbeitet und diese dann in einer individuellen Weise in ihren Vorstellungen repräsentiert (vgl. Heilman 2001, S. 725). Vorstellungen werden von sozialen Einflussfaktoren geprägt, beispielsweise davon, in welchem Kulturkreis Menschen leben oder welche Vorstellungen die Menschen in ihrem direkten privaten (u. a. Familie, Peergroup) und professionellen Umfeld haben (vgl. Op't Eynde et al. 2002). Vorstellungen sind aber nicht nur externen Einflüssen ausgesetzt, sie können vice versa auch auf die (Vorstellungs-)Systeme von anderen Einfluss nehmen (vgl. SchommerAikins et al. 2010, S. 36). Menschen in vergleichbaren sozialen Situationen teilen häufig Vorstellungen, weil sie ähnliche Erfahrungen machen (vgl. Klee 2008, S. 25f.). Diese geteilten Vorstellungen werden auch als „shared beliefs“ bezeichnet (vgl. Steinmann/Oser 2012, S. 443). Gleichwohl können sich Vorstellungen auch innerhalb von Berufsgruppen unterscheiden, beispielsweise auch bei Lehrpersonen (vgl. u. a. Leder/Forgasz 2002), bzw. es bilden sich kleinere „Vorstellungsgemeinschaften“, die ähnliche Vorstellungen teilen (Klee 2008, S. 25f.). Geteilte Vorstellungen sind Teil einer kollektiven Identität. Dabei ist auch relevant, inwiefern die einzelnen Individuen einer Vorstellungsgemeinschaft davon ausgehen, dass ihre Vorstellungen in der Gruppe geteilt werden oder nicht (vgl. Steinmann/Oser 2012, S. 444).

 
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