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2.2 Ausweitungspotential von PPP

2.2.1 UK

Aktive PPP-Bestrebungen sind nach wie vor vom Bildungsministerium zu verzeichnen, welches bis 2020 noch mindestens 20 % seiner Budgets über PPP investieren will. Das Programm „Building Schools for the Future“ (BSF) ist ein InvestitionsFond des britischen Bildungs- und Familienministeriums, Ministry for Children, Schools and Families, unter Aufsicht des Finanzministeriums, HM Treasury. Ziel dieses Programms ist es, die Infrastruktur aller weiterführenden Schulen zwischen 2005 und 2020 zu erneuern oder zu erweitern. 50 % der Gebäude werden neu gebaut, 35 % umgestaltet und 15 % renoviert. Zentral verwaltet wird der Fonds durch Partnerships for Schools. Wie die ehemalige Schwesterorganisation Partnerships UK arbeitet Partnerships for Schools als Beratungsunternehmen und berät ausschließlich die Behörden bei der Umsetzung von PPP-Projekten.

Alle Investitionen in weiterführende Schulen ab 2005/2006 kommen aus diesem Fond. Zu Beginn (Wave 1) ist er mit 2,2 Mrd. britischen Pfund ausgestattet worden. Das entspricht 2/5 des gesamten Schuletats in diesem Jahr. Die verbliebenen 3/5 gehen direkt an die örtlichen Schulbehörden, die Local Education Authorities (LEAs).

Speziell für den Fonds wurden die Local Education Partnerships (LEP) geschaffen. Dabei wurde für 10 Jahre eine strategische Partnerschaft eingegangen zwischen einem privaten Partner und den lokalen Behörden, Partnerships for Schools.8 Der private Partner wurde durch politische Entscheidung und ohne eine vorangegangene Ausschreibung gewählt. Aus wettbewerblicher Sicht ist dieses Vorgehen zumindest fraglich.

Insgesamt scheint das Interesse an PPP aber nachzulassen.9 Nachdem die Regierung schon im Mai 2010 angekündigt hatte, das Programm Partnerships for Schools zugunsten einer umfassenden Bildungsreform aufzulösen, wurde 2011 auch das gesamte staatliche Beratungsunternehmen Partnerships UK aufgelöst. Mit der Auflösung von PfS wurde die finanzielle Abwicklung an eine Education Funding Agency (EFA) übertragen und mit der von PUK wurde deren PPP-Datenbank vom Netz genommen, nachdem sie in den letzten Monaten schon nicht mehr umfassend gepflegt wurde.

In Großbritannien befinden sich allerdings im März 2011 noch 61 PPP in der Ausschreibung, beim „PPP-Neuling“ Deutschland sind es immerhin 53 Projekte.10

Abb. 2.5 PPP Investitionen im Zeitverlauf nach Art der Bauleistung. (Vgl. Die Deutsche Bauindustrie 2011b, Stand: September 2011)

 
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