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2.1.2 Deutschland

In Deutschland gibt es zwar Bestrebungen, eine einheitliche PPP-Projektdatenbank aufzubauen, allerdings fehlt bisher eine Datenbasis, die dem An-spruch auf Vollständigkeit gerecht wird. Auch mangelt es an Angaben zur Projektentwicklung im Zeitverlauf. Daher gibt es bislang keine einheitliche Statistik zur PPP-Umsetzung in Deutschland. Aus unterschiedlichem Zahlenmaterial sind zwei Datenbanken hervorzuheben, welche beide ein ähnliches Bild zeigen (Abb. 2.4).

Abb. 2.3 Durchschnittliches PPP-Projektvolumen bzw. Losgröße gesamt im Zeitverlauf. (Eigene Auswertung auf Basis von HM Treasury 2011, Stand: März 2011)

1. Unter ppp-projektdatenbank.de versucht das Beratungsunternehmen der Öffentlichen Hand, die ÖPP Deutschland AG, eine Projektdatenbank aufzubauen. Dason Projekten ist jedoch ebenso freiwillig wie die Angaben zum Projekt. Hier werden Projekte in der Ausschreibung gelistet, genauso wie Projekte mit Vertragsunterzeichnung. Allerdings können diese Einträge teils nur schwer auseinandergehalten werden und es sind unvollständige Einträge zu finden. Darum greift diese Arbeit hauptsächlich auf die zweite Datenbasis zurück.

2. Unter oepp-plattform.de listet der Hauptverband der deutschen Bauindustrie PPP-Projekte aus den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Flughäfen. Die gebotenen Informationen sind ausführlich und für jeden Eintrag vollständig vorhanden. Dort bleiben aber naturgemäß PPP-Projekte ausgeschlossen, die keine Bauprojekte sind.

Da PPP bislang jedoch weitaus überwiegend in der Bauwirtschaft und hier vor allem im Hochbau6 Anwendung finden, stützt sich diese Arbeit im Folgenden vor allem auf diese ÖPP-Plattform.

Der Hochbau dominiert den deutschen PPP-Markt. Er repräsentiert mit 167 Projekten in der Umsetzung 94 % des Marktes, während nur 10 Projekte oder 6 % des Marktes auf die Verkehrsinfrastruktur entfallen. Die relativ meisten Bauten, rund 45 % aller Hochbauten, wiederum sind Bildungsimmobilien (73 Projekte) und 24 % sind Kultur- und Sportstätten (40 Projekte).

Abb. 2.4 Anzahl abgeschlossener PPP-Projekte der deutschen Bauwirtschaft nach Anwendung. (Eigene Erhebung anhand der PPP-Plattform der Deutschen Bauindustrie, Vgl. Die Deutsche Bauindustrie 2011a, Stand: September 2011)

Neben der Anzahl der unterzeichneten Verträge spielen die Investitionsvolumina bei PPP-Projekten eine bedeutende Rolle. Berücksichtigt man diese Volumina zusätzlich zu obiger Darstellung, relativiert sich der obige Eindruck.

Das durchschnittliche Projektvolumen pro PPP-Projekt liegt bei rund 42 Mio. Euro. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede in der Projektgröße: zum einen zwischen Hochbauten mit durchschnittlich 30 Mio. € Volumen und Straßen mit durchschnittlich 252 Mio. € Volumen. Zum anderen unterscheiden sich auch Hochbauten beim Investitionsbedarf deutlich. Während Kultur- und Sportstätten mit durchschnittlich 21 Mio. € auskommen, sind bei PPP-Projekten für die Justiz 70 Mio. € notwendig. Projekte im Gesundheitswesen sind bei den Investitionssummen pro Projekt besonders weit gestreut und dies obwohl drei Großprojekte der Universitätskliniken Essen, Köln und Kiel dem Bildungswesen zugeordnet wurden. Hier weicht der Median mit 61 Mio. € leicht vom arithmetischem Mittel mit 51 Mio. € ab. Da der Median robuster gegen „Ausreißer“ ist als das arithmetische Mittel, wird hier auf den Median zurückgegriffen.7

 
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